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Mit der ABC-Analyse zum Erfolg

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Ich weiß nicht, ob es Dir so geht wie mir, aber ganz ehrlich: Ich persönlich finde es gar nicht mal so einfach, Prioritäten in meinem Leben zu setzen. Klar, ich weiß, was das Wichtigste in meinem Leben ist, aber mir wirklich alles im Detail zu notieren und abzustufen ist eine Menge Arbeit – und ohne einige hilfreiche Techniken würde ich das nicht hinkriegen.

Weil ich denke, dass es Dir auch etwas helfen könnte, möchte ich Dir heute eine einfache Technik vorstellen, die Dir dabei helfen kann, Prioritäten in Deinem Leben besser setzen und das Wichtige von Unwichtigem zu unterscheiden: Die ABC-Analyse. Sie ist so einfach zu verstehen , aber sie kann wirklich viel für Dich tun.

Was ist die ABC-Analyse?

Ursprünglich wurde die ABC-Analyse 1951 entworfen, um Unternehmesabläufe besser zu gestalten. Entwickelt wurde sie von dem General Electric-Manager H. Ford Dickie. Heute wird die ABC-Analyse gerne im Rahmen der Kundenwertanalyse eingesetzt, um zu definieren, welche Kunden besonders viel zum Umsatz beitragen und welche weniger. Und genau darum geht es in der ABC-Analyse auch im Allgemeinen: Das Wesentliche vom Unwesentlichen zu unterscheiden.

Dabei werden bestimmte Dinge nach ihrem Beitrag zum Erreichen eines Ziels bewertet. Nehmen wir an, Du möchtest ein bestimmtes Hauptziel erreichen und hast dafür eine Vielzahl von kleineren To Do´s auf Deiner Liste. Nun musst Du diesen kleineren To Do´s einen der Buchstaben A, B oder C zuweisen. A bedeutet dabei, dass diese Aktivität ein besonders hohen Beitrag zum Erreichen Deines Ziels leistet – ohne diese Aufgabe zu bewältigen, kannst Du also unmöglich Dein Gesamtziel erreichen. Aufgaben der Klasse B sind sozusagen Helfer der Aufgaben A. Indem Du Aufgaben B in Angriff nimmst, unterstützt Du die Aufgaben der Klasse A. Für sich alleine genommen haben sie keinen kriegsentscheidenden Wert, aber sie sind wertvoll, um Deine Ziele schneller zu erreichen. Aufgaben der Klasse C sind die unwichtigsten.

Die Wertigkeit der Aufgaben musst Du selbst bestimmen

Wichtig zu wissen: Es gibt die ABC-Analyse in zahlreichen Ausprägungen. Sie bildet nur ein Grundgerüst, mit dem Du leichter Prioritäten bestimmen kannst. Wann Du eine Aufgabe als Klasse A klassifizierst oder als B oder C, musst Du im konkreten Fall selbst entscheiden.

In einem Unternehmen könnten beispielsweise die Kunden nach der ABC-Analyse eingeteilt werden (und das passiert auch oft im Rahmen einer Kundenwertanalyse). Die Kunden A sind dabei jene, die den meisten Umsatz bringen, während die Kunden C jene sind, die nur für wenig Geschäft sorgen und so nebenher mitgezogen werden.

Unternehmen reagieren in der Regel darauf, indem sie versuchen, das Geschäft mit A-Kunden zu erhöhen und den Zeitaufwand in C-Kunden zu reduzieren – schließlich bringen die letzten kaum etwas und verursachen oftmals lediglich einen Zeitaufwand für die Vertriebler und das Unternehmen. Und die könnten ihre Zeit sinnvoller investieren.

Und die ABC-Analyse ist nicht nur für größere Unternehmen sinnvoll, sondern beispielsweise auch für Dich, wenn Du Dir online ein Geschäft aufbauen möchtest. Warum, erfährst Du, wenn Du weiterliest.

Ein Beispiel: Der Aufbau eines Online Business

Möchtest Du beispielsweise mit einem Blog ein neues Geschäft aufbauen, musst Du entscheiden, welche Aktivitäten für Dich besonders wichtig sind.

Als erstes wirst Du eine Webseite aufbauen wollen – das ist ganz klar mit A zu bewerten. Ein gutes Logo für Deine Seite zu haben, wäre wiederum ein B. Es unterstützt Dich dabei, Dein Hauptziel, die Webseite, noch besser zu gestalten und Deine Besucher . Aber auch ohne ein erstklassiges Logo wirst Du Deine Seite betreiben können (viele gute Webseiten haben gar kein richtiges Logo und werden trotzdem gerne besucht). Was Du hingegen als C bewertest, hängt von Deiner Strategie ab. Wenn Du bspw. Besucher für Deine Webseite hauptsächlich über SEO gewinnen willst, wäre eine Facebook-Präsenz für Dich ein C. Du rechnest mit ein paar Webseiten-Besuchern durch Social Media, aber es ist nicht wirklich essenziell dafür, dass Deine Webseite erfolgreich wird – schließlich willst Du ja die meisten Besucher über Googles organische Suchergebnisse gewinnen.

Falls Du eine andere Strategie verfolgst, ist das C natürlich an anderer Stelle zu suchen. Und daran siehst Du auch noch einmal deutlich, wie flexibel und individuell die ABC-Strategie ist: Sie kann sehr unterschiedlich aussehen – in Abhängigkeit von Deiner Strategie.

Was bedeutet das nun konkret für Deine Zielsetzung?

Nicht viel mehr als, dass Du Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden kannst. Grundsätzlich gilt dabei das Prinzip: Du solltest nicht daran arbeiten, Deine Schwächen auszugleichen, sondern an Deinen Stärken zu arbeiten.

Um beim genannten Beispiel zu bleiben: Wenn Du feststellst, dass Facebook-Traffic für Dich allenfalls ein „C“ hat, solltest Du auch nicht so stark daran arbeiten. Investiere Deine Zeit lieber darin, Deine Webseite noch besser und interessanter zu gestalten. Und investiere Deine Zeit auch darin, Artikel zu schreiben, mit denen Du über Google Besucher anziehen kannst. Aber verliere keine Zeit darin, Artikel für Facebook zu schreiben, wenn es für Dich nur eine untergeordnete Rolle spielt.

Natürlich gilt das nicht nur, wenn Du Dir Online ein Geschäft aufbauen möchtest. Auch in Deinen allgemeinen Lebenszielen kann Dir die ABC-Analyse weiterhelfen. Wenn Du beispielsweise feststellst, dass die Gesundheit in Deinem Leben ein A, die Liebe ein B und das Geld verdienen ein C ist, kannst Du dadurch Prioritäten besser setzen. Du wirst dadurch erkennen (und auch ohne ABC-Analyse wahrscheinlich schon darauf hinarbeiten), was für Dich tatsächlich wichtig ist und worauf Du hinarbeiten solltest.