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Wie Du Deine Sorgen in vier Schritten beendest

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Ich weiß, dass es etwas bringt, mir Sorgen zu machen – denn immer, wenn ich mich über etwas sorge, tritt es nicht ein“.  Ein schöner Spruch, oder? Und so wahr. Meistens sind Sorgen völlig unbegründet und treten gar nicht erst ein. Natürlich ist der Spruch aber in Wahrheit völliger Quatsch. Schließlich sind es nicht die Sorgen, die dafür sorgen, dass das erwartete Ergebnis nicht eintritt. In Wahrheit bringt es Dir überhaupt nichts, Dich zu sorgen – Sorgen fressen nur ein Stück Lebensqualität. Schlimmer noch:

Sorgen sind echte Erfolgskiller

Eigentlich sind Sorgen das Gegenteil von dem, was Erfolg ausmacht. Damit Du erfolgreich sein kannst, musst Du mit einer positiven Haltung an Deine Aufgabe gehen, Dir den gewünschten Erfolg klar vor Augen führen, um Dich so dazu zu motivieren, zu handeln. Indem Du Dich sorgst, führst Du Dir aber eigentlich schon den Misserfolg vor Augen – und „programmierst“ Deinen Verstand damit auf Misserfolg.

Natürlich ist es logisch, dass Du Dir Sorgen um Dinge machst, die Dir wichtig sind. Es ist ein Ausdruck dessen, wie wichtig Dir die Dinge sind. Wären sie unbedeutend, wäre es Dir egal, ob Du sie verlierst oder nicht. Und natürlich ist es wichtig, auf Alarmzeichen mit Sorge und dadurch mit Handlung zu reagieren – beispielsweise, wenn Du das Gefühl hast, dass Du krank bist.

Trotzdem: Es besteht ein Unterschied darin, ob Du mit einem Alarmzeichen aus Deiner Umwelt mit Sorge reagierst, oder etwas als Feedback betrachtest, mit dem Du Dich beschäftigen musst. Wenn Du Dich sorgst, hast Du schon die Kontrolle aus der Hand gegeben: Die Angst hat Dich im Griff und oft lähmt sie Dich, sodass Du gar nichts mehr machen kannst. Erkennst Du aber etwas in Deiner Umwelt, das Du so nicht haben und verändern willst, wird es Dir sicherlich helfen, dieses Signal als ein neutrales Feedback zu betrachten, das Dich dazu auffordert, es zu verändern.

Kurz gesagt: Du Dich sorgst, wird dadurch überhaupt nichts besser. Im schlimmsten Fall lähmen Dich Sorgen und noch schlimmer: Du antizipierst durch Sorgen bereits ein Scheitern. Doch oft ist es nicht ganz einfach, das große Sorgen zu beenden und etwas „runterzukommen“. Eine Hilfe können Dir dabei die folgenden vier Schritte sein:

1. Schritt: Mache Dir klar, dass und wann Du Dich sorgst

Meistens läuft die „Sorge“ als negativer Unterton in unserem Unterbewusstsein so nebenbei mit – wir bekommen oft überhaupt nicht mit, dass wir uns sorgen. Wenn Du Deine Sorgen in den Griff kriegen willst, musst Du darauf achten und wissen, DASS Du Dich gerade sorgst. Du musst gewissermaßen die Sorge packen können, um sie zu beseitigen und das geht nur, wenn Du Dir völlig bewusst darüber bist, dass Du Dich gerade sorgst.

Eine Hilfe kann es sein, Dir jedes Mal zu notieren, wenn Du Dich sorgst. Klar, meistens wirst Du Dir so viele Sorgen machen, dass Du nicht jede einzelne notieren kannst, weil es sonst Deinen ganzen Alltag behindert. Aber es muss ja auch nicht eine vollständige und abschließende Liste sein. Es genügt, wenn Du Dir eine Strichliste machst. Der Zweck der Übung ist nämlich einfach der, dass Du schwarz auf weiß erkennst, wie unglaublich häufig Du Dich am Tag sorgst – und das wird Dich motivieren, etwas dagegen zu unternehmen.

2. Schritt: Konzentriere Dich auf die Gegenwart

Wenn Du Dich sorgst, tust Du im Grunde genommen nichts Anderes, als Dir vorzustellen, wie eine bestimmte Situation in Deinem Leben einen schlechten Ausgang nehmen wird. Die Betonung liegt auf „wird“ – in der Zukunft. Das erste hilfreiche Mittel gegen Sorgen ist darum, Dich in dem Moment der Sorge auf die Gegenwart zu konzentrieren. Denn in der Gegenwart ist noch alles offen – und wenn Du Dich auf sie konzentrierst, kann die Sorge gar nicht mehr erst wirken. Du gräbst ihr buchstäblich das Wasser ab und legst die Sorge trocken.

Buddhisten wissen das Leid genau dadurch entsteht, dass man sich nicht auf die Gegenwart konzentriert. Auch aus diesem Grund spielt die Konzentration auf die Gegenwart im Buddhismus eine so große Rolle. Wenn Du das für Dich noch mehr nutzen möchtest, empfehle ich Dir, Dich mit Vipassana-Meditation zu beschäftigen. Es ist eine der ältesten Meditationsformen der Menschheit und wird auch als „Achtsamkeitsmeditation“ von Menschen aller Religionen und Weltanschauungen praktiziert (wobei die Achtsamkeit durch Fokussierung auf die Gegenwart).

Einen guten Einstieg in die Vipassana-Meditation bietet „Die Praxis der Achtsamkeit. Eine Einführung in die Vipassana-Meditation“ von Mahathera Henepola Gunaratana. Und falls Du mehr darüber erfahren möchtest, warum es so wichtig ist, Dich auf die Gegenwart zu konzentrieren, wenn Du Dich weniger sorgen möchtest, ist Das Herz von Buddhas Lehre: Leiden verwandeln – die Praxis des glücklichen Lebens“ von Thich Nhat Hanh ein wirklich toller Einstieg. Ich wette, dass dieses Buch Dir bestimmt weiterhelfen wird, wenn es Dir nicht gut geht und Du Dir viele Sorgen machst.

Aber kehren wir zurück: Dir bewusst zu machen, dass Du Dich sorgst und Dich auf die Gegenwart fokussieren, ist nicht das Einzige, was Du gegen Sorgen unternehmen kannst.

Schritt 3: Bewerte Deine Sorge

Das Blöde mit den Sorgen ist, dass sie uns oft einfach lähmen und runterziehen – so weit, dass wir handlungsunfähig werden können. Und das ist oft so beeinflussend, dass wir sogar vergessen, die Wahrschenlichkeit dieser Sorge zu bewerten.

Wenn Du effektiv das Sorgen beendet möchtest, darfst Du das aber auf keinen Fall vergessen, sondern solltest Du eines der folgenden drei Dinge tun:

  • Wenn Du feststellst, dass Du etwas gegen diese Sorge unternehmen kannst, solltest Du es auch gleich tun – Du wirst sehen, dass Deine Sorge gleich viel kleiner wird
  • Falls Du in dem Moment des Sorgens nicht sofort etwas gegen die Ursache des Sorgens tun kannst, solltest Du Dir notieren, wann Du konkret etwas gegen die Sorge tun kannst und es Dir beispielsweise in Deinem Terminkalender notieren. Die Sorge mag dadurch vielleicht nicht geringer werden, aber Du wirst ein besseres Gefühl dadurch haben – schließlich weißt Du, dass und wann Du etwas dagegen tun wirst.
  • Falls Du feststellst, dass Du nichts dagegen tun kannst, hilft nur eines: Versuche die Sorge zu vergessen. Ich weiß, das klingt jetzt nicht gerade nach der tollen Lösung, Und sie ist es auch, wenn das alles ist, was Du tust. Aber in Verbindung damit, dass Du Dich in dem Moment auf die Gegenwart konzentrierst, kannst Du immerhin etwas dagegen unternehmen, dass Dich die Sorge in dem Moment lähmt und Dich nicht mehr so stark beeinflusst.

Schritt 4: Singen

Schließlich hilft in einem vierten Schritt tatsächlich noch eine etwas ungewöhnliche Maßnahme: Sing die Sorge weg! Natürlich musst Du nicht toll singen können und wenn Du es nicht magst zu singen, dann wähle eine andere Möglichkeit aus, die Dir hilft, Dich auszudrücken. Wichtig ist nur, dass Du etwas tust, dass Dir dabei hilft, Dich kreativ auszudrücken und Dich glücklich macht. Auf diese Weise setzt Du Deinen Sorgen etwas Positives entgegen und füllst Deinen Geist mit einer positiven Haltung.

Natürlich kann auch eine simple Ablenkung helfen, indem Du beispielsweise etwas spielst oder Fernseher guckst. In diesem Fall hat es aber mehr den Charakter des Weglaufens, während Du mit einer kreativen Tätigkeit der Sorge bewusst entgegentrittst und Dich auf etwas Positives fokussierst.

Fazit

Wenn Du Deine Sorgen loswerden möchtest, ist das Bewusstsein, dass Du Dich sorgst die Hauptvoraussetzung dafür, dass Du Dein Verhalten ändern kannst. Und dann versuche Deine sorgenerfüllten Gedanken für einen kurzen Augenblick zu unterbrechen, Dich auf die Gegenwart zu fokussieren, und einfach in dem Moment zu verweilen. Du wirst sehen: Auch wenn das zunächst ungewohnt und lächerlich wirkt, wirst Du davon sehr viel mehr haben, als Dich zu sorgen.