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Hilfe für Familien im Kriegsgebiet

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Die Herausforderung

Die Kämpfe in Syrien dauern nun schon etwa fünf Jahre an. Jeder zweite Syrier ist auf der Flucht. Alleine innerhalb Syriens mussten über 7 Millionen Menschen ihre Städte und Dörfer verlassen. Etwa 4,5 Millionen von ihnen leben in schwer erreichbaren Gebieten, darunter 400.000 in belagerten Orten – monatelang komplett abgeschnitten von humanitärer Hilfe.

Frau mit wärmenden DeckenSajjad Malik, UNHCR-Repräsentant in Syrien, war einer der ersten in der belagerten Stadt Madaya, 40 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Damaskus:

„Die Menschen sind hungrig. Die meisten von ihnen hatten seit ziemlich langer Zeit kein Brot, kein Reis oder Gemüse gehabt. Sie suchten verzweifelt nach irgendetwas, während wir die Laster entluden… Die Kinder und alle um die Laster herum, fragten nach irgendetwas (zu essen)… Wir konnten sehen, wie verzweifelt die Situation ist.“

„In Madaya gibt es nicht mehr… Die Märkte sind offensichtlich leer“, berichtet der UNHCR-Mitarbeiter nach der Rückkehr. „Die Menschen haben nach Gras und Blättern gesucht… Und sie benutzen etwas Gewürze, um eine Suppe zu machen. Es gibt keine wirklichen Lebensmittel.“

Die wenigen Nahrungsmittel, die noch da sind, werden für unglaubliche Preise verkauft: Ein Kilo Reis kostet rund 270 Euro. Zumeist wurde auch die Wasserversorgung während der Kämpfe zerstört und die Menschen holen aus selbst gegrabenen Brunnen Wasser, das dann nicht immer sauber ist. Durchfallerkrankungen breiten sich aus.

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR)

UNHCR ist eine der wenigen humanitären Organisationen, die auch innerhalb Syriens hilft. 428 UNHCR-Mitarbeiter arbeiten im Bürgerkriegsland – oft unter lebensgefährlichen Bedingungen.

Kinder mit HilfspaketenIm Januar 2016 erreichte ein Konvoi mit 49 Lastwagenladungen lebensrettender Hilfe die belagerte Stadt Madaya. Seit die Stadt belagert wird, überleben dort rund 40.000 Zivilisten ohne jede Hilfe von außen. Berichten zufolge wurden Zivilisten beim Versuch, Essen zu finden oder zu fliehen, verletzt oder getötet.

„Viele hungrige Kinder sind hier. Es bricht einem das Herz, so viele hungrige Menschen zu sehen. Es ist kalt und regnet, aber alle sind aufgeregt, weil wir mit etwas zu Essen und Decken da sind“, so Sajjad Malik in einer SMS aus der belagerten Stadt.

Weitere Konvois mit Hilfe für 20.000 Menschen erreichten die belagerten Städte Foa’a und Kefraya nahe der türkischen Grenze im Nordwesten Syriens. Auch dort hungern die Menschen. Seit Oktober konnten in diese Städte keine Hilfsgüter mehr gebracht werden. Anfang Februar konnte UNHCR auch die Menschen in Al-Mleiha erreichen, eine Kleinstadt nahe Damaskus, die seit drei Jahren durch andauernde Kämpfe von jeglicher Hilfe abgeschlossen war. UNHCR lieferte unter anderem Lebensmittel, Kochgeschirr, Hygienesets, Plastikplanen, Matratzen, Decken und Winterkleidung.

UNHCR-Hilfsgüter für die syrischen Familien

Hilfspaket mit HaushaltsgüternEin Paket mit Haushaltsgütern für eine syrische Familie kostet etwa 267 EUR. Darin enthalten sind unter anderem ein Eimer zum Transport und zur Lagerung von Trinkwasser, wärmende Decken, Kochgeschirr zur Zubereitung von warmen Essen und Seife zum Schutz vor Krankheiten. Ein Betrag von 20.000 EUR hilft etwa 75 Familien. Eine Decke kostet umgerechnet rund 4 EUR, das heißt mit 20.000 EUR können 5000 Decken an Vertriebene in Syrien ausgeteilt werden.

Niemand weiß, wie lange diese Krise noch andauern wird. Täglich fliehen weiterhin tausende verzweifelte Syrer auf der Suche nach Schutz und Zuflucht. Die Flüchtlinge brauchen eine Unterkunft, etwas zu essen und zu trinken. Kranke und Verletzte müssen medizinisch behandelt werden. Kinder und Jugendliche brauchen im Exil Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten.

Wir bedanken uns bei der UNO-Flüchtlingshilfe e. V. für die Unterstützung von Ansporner mit Text- und Bildmaterial. Weitere Infos direkt zum Projekt findest du unter: https://www.uno-fluechtlingshilfe.de/spenden/online-spenden/nothilfe-syrien